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NOUVELLES DE MAYA (ALLEMAGNE)

JUIN 2017

Hallo Frau Strobel-Maus,
 
Maya lebt sich langsam ein. Leider ist sie noch immer sehr aggressiv, wenn sie Radfahrer sieht. Mein Lebensgefährte und ich können mit dem Rad an ihr vorbei fahren, auf sie zu fahren, hinter ihr fahren oder das Fahrrad neben ihr schieben, das stört sie alles nicht. Heute Morgen habe ich sie mal am Fahrrad laufen lassen, alles ohne Probleme. Allerdings hatte ich Glück und um diese Uhrzeit (05.30 Uhr) kam mir kein Radfahrer entgegen. Aber sobald sie einen anderen Menschen auf dem Fahrrad erblickt, dreht sie ab. Heute gehen wir wieder auf den Übungsplatz mit Frau Joa. Dort haben wir die Möglichkeit Radfahrern zu begegnen, damit wir mit Maya geschützt üben können,  es klappt auch immer besser. Wir können mit ihr auf die Radfahrer zugehen, ohne dass sie durchdreht. Zwar schaut sie hin, aber sie lässt sich relativ gut ablenken.. Im Gesamten hat sich schon vieles gebessert, es sind viele Kleinigkeiten, aber die muss man ja auch sehen.

Kürzlich waren wir mir ihr an einem Bach. Wir hielten sie an der 10 m Leine und als Maya das Wasser erblickte, gab es kein Halten mehr. Sie war so glücklich und sprang im Wasser wie ein Känguruh. Das Wasser ging ihr bis zu Brust, sie konnte also nicht schwimmen, aber so wie sie im Wasser rannte, dürfte ihr das trotzdem gut getan haben. Es war alles prima, bis sie einen Radfahrer oben am Weg sah. Ich habe noch nie einen Hund dermaßen schnell aus dem Wasser rennen sehen. Eigentlich hätte sie auf dem Wasser laufen müssen, so schnell war sie. Sie war außer sich und Stefan hatte Mühe, sie an der langen Leine zu bändigen. Das hätte ich nie gedacht, dass sie im Wasser auf die Radfahrer reagiert. Ich dachte, das spielen im Wasser sei ihr wichtiger. Aber weit gefehlt.

In der Wohnung ist sie super brav und sie bleibt ohne Probleme alleine, wenn ich arbeiten bin. Es haben mich sogar schon Nachbarn gefragt, ob wir den Hund nicht mehr hätten. :-) Allerdings probiert sie wohl gerade aus, wie weit sie gehen darf und hinterfragt oftmals unsere Kommandos. Wir bleiben aber konsequent. Als Frau Guder am Samstag kam, Maya hatten wir auf ihren Platz geschickt, kam Maya wie eine Rakete von ihrem Platz geschossen und pöbelte Frau Guder an. Frau Guder meinte auch, dass Maya versucht hätte, nach ihr zu schnappen, so als wolle sie sagen, Frau Guder habe hier nichts zu melden. Helga hat sie dann aber gleich vom Gegenteil überzeugt und gut war es. Helga hat uns empfohlen, Maya nur noch unterwegs zu füttern. Das befolgen wir nun seit ein paar Tagen, vorher klappte es nicht, weil Maya öfter Probleme mit der Verdauung hatte. So gut es in der Wohnung klappt, draußen sind einfach noch zu viele Reize für Maya. Die Autofahrerei wird auch immer besser, sie setzt sich seit ein paar Tagen ruhig hin und schaut nur. Vorher war sie immer ganz hektisch im Kofferraum und versuchte ständig durch das Hundegitter nach vorne zu gelangen. 

Alles in allem wird es immer besser, aber es ist wirklich anstrengend mit ihr, weil sie noch immer sehr hektisch ist und schnell "hoch geht"...allerdings wird sie auch schneller wieder ruhig. Helga meint, wir sollten doch mal die Schilddrüse überprüfen lassen, das werden wir auch in Angriff nehmen.

Übrigens bekommt sie von uns seit ein paar Tagen Relaxan forte....wir haben ihr schon so viele Bachblüten rescue Tropfen gegeben und keine Wirkung feststellen können. Mein Tierarzt gab mir dann diese Tabletten und ich habe den Eindruck, dass sie langsam ruhiger wird...solange sie keine Katze oder Radfahrer entdeckt. ;-)

Seit wir auf dem Übungsgelände trainieren, habe ich meine alte Sicherheit wieder gewonnen und festgestellt, dass ich Maya halten kann. Ich hatte ja die ganze Zeit große Sorge, ich könnte sie in verschiedenen Situationen nicht halten, wenn sie sich so wild gebärdet (wegen meiner Behinderung an der rechten Hand und Probleme mit den Füßen) . Aber die Angst war unbegründet und ich traue mich nun auch alleine mit ihr Gassi zu gehen. :-)

Ich hätte Ihnen gerne berichtet, dass alles ganz toll läuft, aber bis es soweit ist, wird wohl noch eine Zeit vergehen...jedoch,  wir geben nicht auf und arbeiten an uns und mit ihr, damit sie ein sicherer, gut erzogener und entspannter Hund wird. Wenn ich überlege, wie anstrengend die ersten Tage waren, ganz besonders in Bezug auf Geräusche, so hat sich gaaaaaanz vieles schon zum Guten gebessert! Wir sind auf einem guten Weg. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Maya ein ungeschliffener Diamant ist. Mit Helgas und Frau Joa's Hilfe sollten wir es schaffen. Unsere wilde Hilde hat unser Leben gehörig auf den Kopf gestellt...wir möchten sie nicht mehr missen....auch wenn wir sie manches Mal "an die Wand nageln" könnten ;-) 

Liebe Grüße

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SEPTEMBRE 2018

 

Meine „wilde Hilde“ hat sich gut eingelebt. Wenn auch der Beginn unserer Beziehung  sehr tränenreich und anstrengend war. Ich war einige Male kurz davor, Maya wieder abzugeben, weil sie mich fast an meine Grenzen gebracht hat. Nicht, weil sie böse gewesen wäre. Aber ihre aufgeregte, wilde Art und ihre zahlreichen „Macken“, haben nicht nur sehr an meinen Nerven gezerrt sondern auch meine Muskeln ziemlich gefordert.  Das hat allerdings den Vorteil, dass ich mir einen Personaltrainer oder das Fitness-Studio sparen kann. Dieses Geld kann ich jetzt voll und ganz in Hundefutter investieren. Maya ist eine ganz Schlaue! Und sie ist ja so dankbar!  Früher hielt  ich es ja immer für übertrieben, wenn die Leute erzählten, dass Tiere aus dem Heim so dankbar seien. Aber nun erlebe ich es am eigenen Leib. Eigentlich müsste ich die Eselskappe aufsetzen und mich zum schämen in die Ecke stellen, weil ich das bezweifelt habe. Denn Maya zeigt mir ihre Dankbarkeit jeden Tag mehr. Nicht nur, dass sie mir täglich das Bett vorwärmt, nein,  sie sorgt auch dafür, dass unser Heim immer kuscheliger wird. Überall drapiert sie ihr blondes Haar zu dekorativen Büscheln, die wie achtlos hingeworfen den Blick des Betrachters in den Bann ziehen. Man kann fast nicht den Blick abwenden, man spürt die Hingabe, mit der sie die Wohnung verschönert und so eine ganz besondere Note verleiht! Leider habe ich vorhin in einem kurzen Anfall von Putzfimmel, die zauberhaften Arrangements mit dem Staubsauger entfernt, sonst hätte ich Ihnen ein Bild davon geschickt. Jedoch ich bin davon überzeugt, dass Maya mit ihrer Kreativität bald neue Kunstwerke erschaffen wird, die ich dann per Foto für die Nachwelt erhalten werde.  Das ist aber noch nicht alles. Maya ist sehr hilfsbereit. Sobald sie bemerkt, dass ich in der Küche zugange bin (und das merkt sie sofort) lässt sie alles stehen und liegen, um mir zu helfen. Am liebsten „spült“  sie das Geschirr. Sie tut das mit einer Hingabe, dass mittlerweile immer mehr Teller auf einen Stapel passen, da das Porzellan immer dünner wird. Eigentlich könnte ich das Geschirr sofort in den Schrank stellen, da ich aber den Duft von Spülmittel so sehr mag, reinige ich alles noch mal (natürlich so, dass Maya nichts davon merkt. Außerdem ist meine Hilde sehr aufmerksam. Kürzlich habe ich versehentlich im Fernsehen Germanys next top Model eingeschaltet. Und obwohl ich sofort umgeschaltet habe, hat Maya registriert, was ich mir da angeschaut habe. Ich vermute, sie denkt nun, dass ich Modell-Ambitionen habe und möchte mich nun auf dem Weg zur Traumfigur unterstützen. Sobald ich mit etwas essbarem den Raum betrete, ist sie zur Stelle und achtet mit Argusaugen darauf, dass ich mich mit dem Essen zügle und auf jeden Fall das Anstandshäppchen auf dem Teller liegen bleibt. Schließlich muss es ja einen Grund geben, das Geschirr sauber zu machen!  Maya ist stets  zu großen Opfern bereit. Jedes Mal und ich meine wirklich jedes Mal, wenn ich mir aus dem Gefrierfach ein Eis hole, ist Maya zur Stelle um mich vor den bösen Kalorien zu schützen. Selbstlos nimmt sie sich, was sie kriegen kann. Einmal habe ich gedankenverloren mein Eis ganz alleine gegessen, ich habe es nicht bemerkt, bis ich in zwei vorwurfsvolle, fassungslose, braune Hundeaugen geblickt habe. Wenn das Eis nicht so eine weiche Konsistenz gehabt hätte, wäre es mir wohl im Hals stecken geblieben.  Ich schämte mich wegen meines herzlosen Verhaltens und da mein Gewissen drohte, mich umzubringen, holte ich ein weiteres Eis um meinen Fauxpas wieder gut zu machen. Schwesterlich haben wir dann geteilt, Maya war diesmal die größere Schwester. 

Maya hilft wo sie kann. Neulich habe ich mich gefragt, ob die neue Designerhose (bonprix, 19,95 Euro abzüglich 10 %) qualitativ den Preis rechtfertigt. Und Maya hatte umgehend eine Idee, das heraus zu finden. Wir standen bei Bekannten am Balkon, das heißt, ich stand, Maya lag. Ich war ins Gespräch vertieft und Maya ließ sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Ich ahnte noch nichts von Mayas Plan, sie hatte mich nicht eingeweiht, es sollte eine Überraschung sein. Die Überraschung gelang ihr. Denn als unerwartet ein Radfahrer um die Kurve schoss, tat Maya es ihm nach und schoss nach vorne. Da sie und ich durch die Leine verbunden waren, drehte ich mich einmal um meine eigene Achse um dann mit Karacho  auf dem Boden aufzuschlagen. In der Erwartung für diese sportliche Höchstleistung eine gute Note in der Haltung zu bekommen, hielt ich die Leine fest in der Hand und versuchte meinen  Körper dennoch  dekorativ zu präsentieren. Immerhin hatten wir einige Zuschauer, direkt nebenan ist eine Baustelle. Maya wollte mich auch dabei unterstützen und versuchte mich in Richtung des Radfahrers zu ziehen. Da sie aber zu spät damit angefangen hat, auf meinen Kalorienverbrauch zu achten und ich nicht ganz elfengleich dagegen halten konnte, einigten wir uns darauf, dass ich erst mal an Ort und Stelle liegen blieb, bis der Radfahrer den Rückzug angetreten hatte. Nun war es umgekehrt, Maya stand und ich lag, allerdings schien mir die Sonne nicht auf den Bauch, ich lag mit dem Gesicht nach unten.  Nachdem ich meine Knochen sortiert hatte, konnte ich  endlich die Hose überprüfen und ich muss sagen, sie ist  ihren Preis wert. Es ist ihr nichts passiert. Dass beide Knie und der linke Ellenbogen blutig aufgeschlagen waren und der linke Arm nur noch unter Protest seinen Dienst verrichten wollte, war zu verschmerzen. Denn schließlich ging es in dem Test um die Hose! Was mich ein wenig enttäuscht hat, war das ignorante Verhalten der Zuschauer. Kein Applaus, keine Haltungsnote! Ich vermute mal, dass sie noch so gebannt von der Vorstellung waren, dass sie zu keiner Reaktion fähig waren. Und da ich anschließend sofort mit Maya in den Wald lief, konnten wir auch nicht mehr hören,  ob es doch noch Beifall gegeben hatte. 

 

Aber jetzt mal im Ernst. Es klappt von Tag zu Tag besser mit Maya. Sie hat schon viel gelernt und ist viel ruhiger geworden. Wenn ich da an unsere Anfangszeit denke, da hat sie jeden unterwegs angepöbelt, egal, ob Radfahrer oder Jogger, Hunde, Katzen, Eichhörnchen…. und auch bei Autos musste ich höllisch aufpassen. Mittlerweile ist es so, dass sie ca. 8-9 von 10 Radfahrern ohne Probleme an uns vorbei fahren lässt. Etwas kritisch ist es immer noch, wenn die Radler so schnell und laut unterwegs sind und sie von hinten angeschossen kommen. Maya hat leider noch immer sehr viel Angst vor allem, das sie nicht kennt und springt dann meistens in die Leine. Letzte Woche zum Beispiel fuhr ein Heißluftballon über uns, er war recht nah am Boden und das Geräusch hat Maya verängstigt. Ohne Leine wäre sie abgehauen, ich hatte Mühe, sie zu beruhigen. Ganz schlimm ist es, wenn es irgendwo knallt. Egal, ob es ein Schuss oder ein Feuerwerkskörper ist, sie wird dann panisch wenn wir draußen sind. In der Wohnung reagiert sie nicht ganz so heftig, sie quetscht sich dann ganz eng an mich und hechelt wie eine Irre. Ich weiß nicht, ob sie mal ein traumatisches Erlebnis hatte, es wirkt so auf mich. Sie wird auch nervös, wenn mein Nachbar nebenan etwas laut mit seiner Tochter schimpft. Wenn wir die Straße überqueren, müssen wir dies immer an derselben Stelle tun, sonst wird sie hektisch. Das ist mittlerweile zwar auch schon besser geworden,  aber so ganz weg ist es noch nicht. Wegen der momentanen Hitze gehe ich jeden Morgen zwei Stunden mit ihr Gassi, bevor ich arbeiten gehe. Sie läuft sehr schön an der Leine  …..meistens jedenfalls. Diese Runden sind fast immer sehr entspannt….außer sie entdeckt irgendwo eine Bewegung, dann hat sie nur noch Augen für das Objekt ihrer Begierde. Ich kann sie deshalb fast nie von der Leine lassen, nur wenn das Wetter es zulässt und wir mit dem Ball spielen können, wage ich es, sie los zu lassen. In unserer Gegend sind einfach zu viele Hasen und Rehe unterwegs und ich möchte nicht riskieren, dass sie diese jagt. Das nächste Problem sind andere Hunde. Bisher konnte ich sie noch zu keinem Hund lassen, weil sie sich wie die Axt im Walde benimmt. Sie geht so sehr in die Leine, dass ich es einfach nicht wagen kann, sie näher zu den Hunden zu lassen. An manchen Hunden kommen wir ohne Theater vorbei, vor allem, wenn diese Maya nicht anschauen, aber wehe, die schauen sie an! Ich weiß es nicht, ob es an der Leine liegt, ob sie ohne Leine anders wäre, aber da ich auch immer noch aufpassen muss, wenn ein Radfahrer kommt, ist das Risiko einfach zu groß, dass sie dann evtl. diesen jagt. Es ist wirklich ein Teufelskreis. Wir hatten sie auf dem Übungsplatz mal von der Leine gelassen, um zu sehen, was sie macht, wenn Radfahrer kommen. Es hat ihr unheimlich Spaß gemacht, „auf Radfahrerjagd“ zu gehen, es war ja ein Zaun dazwischen und es konnte nichts passieren, aber sie ließ sich dann nicht abrufen, war viel zu sehr auf ihre „Opfer“ fixiert. Das war allerdings ziemlich am Anfang , ich gehe schon seit ein paar Monaten nicht mehr zum Hundetraining. Frau Guder hatte sich nicht mehr gemeldet, als ich einmal einen Termin absagen musste und meine andere Hundetrainerin hatte mich wohl öfter „vergessen“,  wenn sie mit den anderen Hunden trainierte, obwohl ich dazu kommen sollte. Ich sollte in etwas Abstand zu den anderen mit Maya üben, damit sie merken sollte, dass die anderen keine Gefahr darstellen. Aber das haben wir nur ein paar Mal gemacht. Die Hundetrainerin wollte eigentlich auch ihren Rüden mitbringen, um ihn mit Maya bekannt zu machen. Vorsorglich sollte ich Maya an einen Maulkorb gewöhnen, aber auch daraus ist nichts geworden. Als ich dann irgendwann das Gefühl hatte, dass sich nichts ändert, bin ich nicht mehr hingegangen. Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass das für Maya eine gute Entscheidung war. Ich glaube, sie ist gerne mit mir alleine unterwegs und sie vertraut mir immer mehr. Manchmal überrascht sie mich, weil sie ganz ruhig bleibt, wenn ich schon mit einem „Gewitter“ von ihr rechne. Heute Morgen zum Beispiel begegnete uns auf dem Rückweg eine Frau auf dem Fahrrad mit Hund. Das ist eine ganz schlimme Mischung für Maya, Radfahrer alleine sind ja schon nicht ganz einfach, aber dann auch noch mit Hund! Aber da die Frau vom Rad abgestiegen war und dieses schob, hat Maya kein Theater gemacht. Sie war zwar angespannt, aber die Begegnung verlief unproblematischer als erwartet. Pferde sind auch so ein Thema. Als ich Maya noch nicht lange hatte, war ich mit ihr im Wald spazieren. Plötzlich hörte man Pferdegetrappel. Es war kein Pferd zu sehen, aber eben zu hören. Maya ist total ausgeflippt und ich konnte mich gerade noch so an einem Baum festhalten, damit sie mich nicht umreißen konnte. Sie war wie von Sinnen und ich hatte große Angst, dass das Pferd vielleicht durchgehen und den Reiter verletzen würde. Ich hatte auch den Eindruck, dass Maya auf das Pferd losgehen wollte. Mittlerweile ist es nicht mehr ganz so schlimm, wenn das Pferd nicht zu nahe ist und langsam geht. Vor ein paar Wochen sind aber zwei junge Damen mit ihren Pferden sehr schnell durch den Wald geritten, da hatte ich ordentlich zu tun, um Maya zu halten. Wenn ich mit ihr unterwegs bin, „scanne“ ich die ganze Gegend und nehme so manchen Umweg in Kauf, damit nichts passiert. Ich gehe mit ihr immer wieder einen Weg, wo Pferde gehalten werden, um sie mit der Zeit an diese Tiere zu gewöhnen. Gestern stand plötzlich auf einer Wiese, an der wir immer vorbeikommen, ein Ochse. Dort steht normalerweise nie ein Tier und der Zaun war nicht zu sehen, so dass ich erst befürchtete, das Rind wäre ausgebüxt. Ich machte auf dem Absatz kehrt, weil ich Angst hatte, dass Maya sich mit diesem Schwergewicht anlegen würde. Als ich dann einen Bauern traf und der mir versicherte, dass der Ochse eingezäunt war, liefen wir wieder zurück. Maya hat zwar hingeschaut, war aber eigentlich ganz ruhig. Das hat mich sehr stolz gemacht, denn ich glaube, dass es ein Zeichen ist, dass sie mir doch immer mehr vertraut…..das wünsche ich mir jedenfalls. Es würde unser Leben erheblich vereinfachen…..manchmal will sie sofort umkehren, wenn wir aus dem Haus gehen und ein paar Regentropfen fallen. Jetzt wo es so warm ist, hätte ich sie gerne auf dem Balkon mit dem Schwimmbecken und dem Gartenschlauch ein wenig erfrischt (natürlich mit dem weichen Strahl), aber keine Chance. Sie hat Angst. Sogar wenn ich sie, wie heute Mittag einfach nur mit der Hand ein wenig nass an den Füßen und dem Bauch mache, will sie gleich weg. Aus der Brause mag sie dann aber wieder unbedingt trinken, da hat sie mich schon gut erzogen. Ich bin mit ihr auch schon ans Wasser gegangen (Wassergraben), aber Maya wird total hysterisch. Sie springt sofort ins Wasser, bellt dann aber wie eine Irre, in einer Lautstärke, die jedem Düsenjet Konkurrenz macht. Sie will dann auch gar nicht so ins Wasser, sondern hat nur jagen im Sinn. Für solche Gelegenheiten benutze ich immer eine 10m lange Leine. Einmal war sie im Wasser, als sie einen Radfahrer entdeckte. Sie hätten sehen müssen, wie Maya quasi auf dem Wasser lief und hinter dem Radler her wollte. Ich kann Maya halten, aber nicht, wenn sie an der 10 m Leine hängt und unbedingt etwas erjagen möchte. Das schaffe ich nicht, so viel Spinat kann ich gar nicht mehr essen ;-) Leider bin ich seit ein paar Monaten Single und muss das alles alleine mit Maya bewältigen, Wasser ist deshalb leider für sie momentan nicht möglich. Das hört sich jetzt bestimmt alles ganz schlimm an, aber das ist es nicht. Ich habe mich auf Maya eingestellt und meide Orte, wo viel los ist. Wir haben viele wunderschöne Spaziergänge zusammen und meistens ist Maya dabei schön entspannt und gehorcht auch sehr gut. Mir tut es halt nur leid, dass sie auf viel Schönes verzichten muss, weil es wegen ihrer Macken einfach noch nicht möglich ist, dass sie mehr Freiheiten hat. Aber Rom wurde schließlich auch nicht an einem Tag gebaut und ich bin optimistisch, dass wir nach und nach die Probleme in den Griff bekommen. Zuhause ist sie sowieso ein Schatz! Sie bleibt ohne Probleme alleine…jedenfalls wenn ich arbeiten bin. Wenn ich dann heimkomme, will sie mich auch nicht mehr missen und „streikt“ wenn ich dann noch mal das Haus ohne sie verlasse…..aber auch das dauert nicht lange und sie beruhigt sich und wartet. Ich bin froh dass ich sie habe und ich möchte sie keinen Tag mehr missen, auch wenn es Tage gibt, wo ich sie an die Wand klatschen könnte ;-) Mittlerweile haben mich schon ein paar Bekannte angesprochen, weil sie die Veränderung von Maya positiv bemerkt haben und das zeigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind, wenn er auch noch steinig sein wird. Mal geht es zwei Schritte vor und dann wieder einen zurück. Aber ich gebe nicht auf und bleibe konsequent. Maya ist ein ganz toller Hund, sie hat ein wunderbares Wesen und ich wünsche mir von Herzen, dass es mir gelingt, ihr die  Ängste zu nehmen, damit sie ein glückliches, entspanntes Hundeleben führen kann.

 

Sie sind jetzt bestimmt von meinem „kurzen“ Einblick in Maya’s Entwicklung „erschlagen“…..ich könnte Ihnen noch so viele Geschichten schreiben…..aber keine Angst, ich halte mich zurück.