Durch das Tierheim Sinsheim wurden wir auf Sanscollier aufmerksam. Wir sehen uns regelmäßig die Internetseiten von Sans Collier Provence an und entdeckten vor drei Jahren Phiby, eine damals vierjährige Beauceron-Doberfrau. Da wir schon einen älteren Hund hatten und eigentlich ein zweiter Hund nicht geplant war, übernahmen wir erst einmal eine Patenschaft für diese elegante Hündin. Wir entschieden uns dann doch noch, sie zu übernehmen, da sie schon längere Zeit bei Sanscollier saß. Dank Herrn Liesenberg und seiner Frau kam Phiby dann zu uns nach Deutschland. Bei der Übergabe von Phiby auf einem Autobahnrastplatz sprang sie sofort in unseren Kofferraum, als würde sie schon immer zu uns gehören. Obwohl bei ihrer Beschreibung dabei stand, dass sie ihr neues Zuhause für sich allein haben sollte (aufgrund ihrer Vorgeschichte), haben wir Phiby dennoch erfolgreich in unseren Haushalt mit drei Kindern, einem Seniorhund und einer alten Katze integriert.

Leider starb dann ein Jahr später unser erster Hund, und Phiby war alleine (abgesehen von der Katze). Diesmal wollten wir keinen Zweithund mehr haben. Trotzdem nahmen wir uns noch Zeit, um ins Tierheim von Sinsheim zu gehen und führten dort von Zeit zu Zeit Hunde aus. Als wir Rienzo sahen, der zwar nur drei Beine hat, aber vor Energie und Lebenslust nur so sprüht, liefen wir immer weite Strecken mit ihm. Er freute sich jedesmal riesig auf die Spaziergänge.
 



 



PHIBY et RIENZO

 



 




Über die Herbstferien übernahmen wir ihn erst einmal als Pflegehund. Er hatte von Anfang an auch unsere Katze akzeptiert. Auch Phiby hatte schnell begriffen: „Den krieg ich ja doch nicht mehr los...“ und kommt so gut mit ihm klar, dass sie sich, wenn das Sofa bereits durch Rienzo in Beschlag genommen wurde, noch dazwischenquetschen muss.
Für Rienzo – den arbeitswütigen Hund - lassen wir uns immer neue Tricks und Kopfarbeit einfallen. Phiby macht auch immer begeistert mit (natürlich nur der Leckerli wegen). Sie können schon einiges, wie z. B. Peng („toter Hund“), Rolle und Twist. Rienzo haben wir letztens auch Dienerknicks beigebracht (und das mit nur einem Vorderbein!).

Zugegeben, an das Starren der Menschen beim Anblick eines dreibeinigen Hundes mussten wir uns auch erst gewöhnen, aber: nur wir Zweibeiner haben damit Probleme, unseren Rienzo stört es überhaupt nicht, und uns fällt es auch nicht mehr auf.

Rachelle, 14 Jahre, Baden-Württemberg
 

„Phiby“ – Ein französisch-deutsches Hundeleben

Einst in Frankreich war man stolz wie nix
auf mich, eine super tolle Beauci-Dobi-Mix,
ich war bekannt als Mademoiselle Phiby,
verstand die Befehle „assis!“, „arrête!“, „ici!“,
niemand musste sich meiner schämen,
denn ich konnte mich vorzüglich benehmen.

Damals war der Beauceron ein Modehund,
doch dann schlug des Rottweilers Stund’:
Ein niedlicher Welpe kam neu ins Haus,
der hatte Angst vor mir, drum musste ich raus.
Eine Fahrt ins Grüne: Tür auf, Hund raus, Tür zu,
und schnellstens wegfahr’n – dann war Ruh’.

Ich irrte umher, war mir keiner Schuld bewusst,
war immer nur lieb und schrecklich verschmust,
ich verstand nicht, warum, und es war auch zu spät,
denn man fing mich ein, wie’s in Frankreich so geht,
mein grausames Ende schien unabwendbar zu sein:
la fourrière! Und ich war doch erst 5 und noch klein.

Hätte es SansCollierProvence nicht gegeben,
ich wär’ schon lange nicht mehr am Leben.
Man bot mich vielen Familien an als besonders Feine:
katzen- und kinderlieb, gehorsam auch ohne Leine;
doch niemand nahm mich mit zu sich nach Haus’,
denn ich sah so gar nicht lieb und gehorsam aus.

Ich bellte in meinem Zwinger jeden an: „Nimm mich mit!“,
Man hörte nur mein Gekläff, ahnte nicht, wie ich litt,
bis schließlich ein deutsch-französisches Wunder geschah,
als eine deutsche Familie im Internet ein Bild von mir sah.
Dann ging alles ganz schnell, und man holte mich ab.
Adieu la France, hallo Deutschland, welch Glück ich doch hab!

Mein neues Zuhause ist ein Hunde-Himmel auf Erden,
ich spiele mit Kindern und Hunden, Katzen und Pferden,
ich liebe besonders das Schwimmen in Bächen und Seen
und freue mich täglich auf langes Spazierengehn,
ich werde von allen geknuddelt und ganz doll geliebt
und tue alles, wenn’s dafür ein Schweineohr gibt.

Ingeborg Bornewasser